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Nicht-proportionale fakultative Rückversicherung als Wettbewerbsfaktor in der Sachversicherung
Gabi Blomberg und Willfried Schnabel, GPF Cologne

Die Steuerung des Unternehmensrisikos gewinnt an Bedeutung, unabhängig davon, dass sich die Diskussion in der Sachversicherung gegenwärtig um kaum etwas anderes als die Marktsituation und die erforderlichen Ertragsverbesserungsmaßnahmen zu drehen scheint. Aber die ausschließliche Preisdiskussion führt nicht weiter - sie muß zumindest ergänzt werden durch Maßnahmen, welche den Unternehmensertrag auf allen Ebenen optimieren. Werte für das Unternehmen werden letztendlich nur dann geschaffen, wenn der Nettoertrag aus dem Underwriting (Ertrag aus den zugehörigen Prämien/Schadenreserven plus dem versicherungstechnischen Gewinn/Verlust) höher ist, als die Nettokosten des für den Geschäftsbereich eingesetzten Kapitals. Hier kann schon auf nachgelagerten Unternehmensebenen eine Menge getan werden: bereits in den Spartenbereichen eines Versicherers kann die Passivseite der Bilanz - insbesondere das Risikoportefeuille - durch maßgeschneiderte, innovative Maßnahmen gezielt optimiert werden. Auch kann durch bewusste Steuerung der Eigenbehaltsprämien und der Reserven der Kapitalstock zur Optimierung des Anlagevolumens gestärkt werden. Da Zeichnungspolitik und Underwriting eng mit dem potentiellen Anlageergebnis verbunden sind, kann durch die Wahl der geeigneten (fakultativen) Rückversicherung bereits beim Underwriting der Wertschöpfungsprozess positiv beeinflusst werden.

Durch fakultative Rückversicherung wird

  • die Volatilität und damit der Eigenkapitalbedarf reduziert, mit der Folge minimierter Kapitalkosten
  • der Prämienabfluss verringert und der zur Anlage verfügbare Kapitalstock maxi-miert
  • weniger Gewinn an den Rückversicherer abgegeben, d. h. die Netto-Underwriting
  • Ergebnisse werden verbessert
Obwohl die betriebswirtschaftliche Argumentation gekleidet in das Gewand des “Enterprise-Risk Managements” auch in den Sachabteilungen durchaus geläufig ist, wird die fakultative Rückversicherung heute trotzdem fast ausschließlich proportional gestaltet. Ein Einsatz zur bewußten Strukturierung des Wertschöpfungsprozesses im Unternehmen unterbleibt in vielen Fällen. Im Gegenteil: Durch die Etablierung der Bruttoergebnisverantwortung in der Fachabteilung wird die fakultative Rückversicherung oftmals bewusst als Teil der Zeichnungspolitik ausgeschlossen. Fakultative Rückversicherung dient dann ausschließlich zur Beschaffung von Kapazität in den Fällen, in denen der Kapazitätsbedarf größer ist als die zur Verfügung stehende obligatorische Kapazität, oder wenn aus sonstigen Gründen ein Risiko nicht vollständig in den Rückversicherungsvertrag zediert werden soll.


 
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